Mein Fax an BMU, BfS, ICNIRP, SSK vom 19.06.2008

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Sehr geehrte Damen und Herren,

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Ich möchte nun einige Phänomene aus meiner Sicht beschreiben. Dabei sind wir schon beim Hauptphänomen:

Wahrnehmung, Wirklichkeit und Manipulation:

1.
Die von Ihnen benutzten Grenzwerte beziehen sich nicht auf die tatsächlichen Phänomene, die seit Jahren von Betroffenen geschildert werden. Sie haben nichts damit zu tun und sind deshalb nicht relevant. Gleichzeitig werden von Ihnen die realen Phänomene seit vielen Jahren zwar beschrieben oder erwähnt, aber es wird nicht darauf reagiert bzw. es wird vesucht, diese als nicht relevant auszugrenzen. Dies ist eine Diskriminierung der Betroffenen, die zu einem totalitären System passt. Es wird sogar mit Desinformation und Falschinformation gearbeitet. Die ganze bisherige Kommunikation ist eine bewusste Manipulation der Bevölkerung, wird aber als noch nicht ganz geglückte Risikokommunikation beschrieben. Dabei ist Ihre Vorgehensweise selbst das Risiko für die Gesellschaft - und Ihr Risiko ist, dass die Wahrheit einer breiten Öffentlichkeit bewusst werden könnte, (...).

2. Jeder Betroffene schildert aus seiner subjektiven Sicht Phänomene, wobei sich Unterschiede ergeben aber auch Übereinstimmungen mit den Schilderungen anderer Betroffener bzw. den Symptombeschreibungen in Studien.

Die Unterschiede in den Beschreibungen der Betroffenen sind begründet in unterschiedlichem Wissens-, Bildungs-, Informationsstand, Beruf, Strahlungssituation, Art der Geräte, Veranlagung, die bei dem Einzelnen vorhanden sind. Je länger man sich mit dem Thema Mobilfunk / DECT beschäftigt, je intensiver man die Medien beobachtet, je mehr Expertenstimmen man kennt, je mehr man seine eigenen Eindrücke objektiviert hat, desto mehr kristallisiert sich eine objektive Realität heraus.

Seine eigenen Wahrnehmungen kann man umso besser objektivieren, je professioneller das eigene Wissen über Wahrnehmung ist. Ich bin Kommunikationsdesignerin und habe mich jahrelang mit Wahrnehmungsphysiologie, -psychologie und dem Thema Wahrnehmung und Wirklichkeit beschäftigt. Viele Jahre bevor ich ganz langsam auf gewisse Phänomene im Zusammenhang mit Strahlung aufmerksam geworden bin. Es handelt sich da um eine ganz langsame Bewusstwerdung über mehrere Jahre, ein langsames Ausschliessen von Irrtümern und Verifizieren von Tatsachen. Die Fähigkeit, seine eigenen Eindrücke, aber auch scheinbare Tatsachen aus Studienergebnissen in Frage zu stellen, ist dabei sehr wichtig. Man braucht ausgeprägte analytische Fähigkeiten sowie ein Bewusstsein über Phänomene wie Instrumentalisierung der Medien durch Interessengruppen, Desinformation, Manipulation, Selbstbetrug usw.

Gewisse Studienergebnisse scheinen bei oberflächlicher Betrachtung einleuchtend, bei eingehenderer Betrachtung kann man auch das Gegenteil herauslesen. Gerade bei den Studien zur Elektrosensibilität. Es wird versucht, Elektrosensibilität als Diagnose wissenschaftlich nachzuweisen, in der Hoffnung, dass dabei herauskommt, dass es sie gar nicht gibt. Studien werden so angelegt, dass Elektrosensibilität scheinbar nicht zu existieren scheint. Dabei sind sie der Beweis dafür, dass alle Probanden etwas wahrgenommen haben, sonst hätte ja nicht festgestellt werden können, dass kein Unterschied zu den Elektrosensiblen bestanden hat. Das sagt doch aus, dass Elektrosensibilität, mehr oder weniger stark ausgeprägt, bei jedem besteht, der versucht, etwas bewusst wahrzunehmen. Und was nimmt man da wahr? Natürlich die eigenen Gehirnwellen. Was soll man denn sonst auch wahrnehmen? Es geht doch um elektro-magnetische Wellen bzw. Felder, nicht um irgendwelche anderen Reize, z.B. Wärmereize oder akustische Reize. Die Wahrnehmung erfolgt eindeutig nicht über das Ohr oder das Hörzentrum im Gehirn, sondern über das Gehirn selbst. Die Gehirnwellen reagieren auf die elektromagnetischen Wellen von z.B. DECT-Telefonen unter gewissen Umständen, und dies bei jedem Menschen anders. Deshalb auch die nicht aussagekräftigen Ergebnisse von immer wieder neuen Versuchen. Elektrosensibilität ist also eine Fähigkeit, die teils auf angeborenen, teils auf erworbenen Fähigkeiten beruht, nämlich, Strahlen gewisser Art bewusst wahrzunehmen, wenn man gelernt hat, sie wahrzunehmen, und die Symptome unterscheiden sich teils und teils stimmen sie überein. Dafür muss man zunächst mal wissen, dass die Strahlen existieren. Auch wenn das Gehirn gelernt hat, z.B. ein bestimmtes Ticken wahrzunehmen, dann kann es Probleme haben, ein ähnliches Ticken in einem anderen Raum ebenfalls sofort wahrzunehmen. Dies muss es ggf. erst wieder lernen. Die Wahrnehmung kann auch von anderen Wahrnehmungen überlagert sein.

Langsame Bewusstwerdung:

Solange ich von Schnurlostelefonen und Mobilfunk nichts wusste, habe ich nichts bewusst wahrgenommen. Das war in der früheren Wohnung. Es war eine Altbauwohnung mit Holzdecke. Über mir die einzige andere Mieterin im Hause. Durchs Fenster hatte ich freien Ausblick auf Mobilfunksendemasten in verschiedenen Entfernungen auf Hochhäusern. Ich wohnte im 2. OG. Ich freute mich darauf, vielleicht irgendwann mal ohne Kabel im Internet surfen zu können und verfolgte begeistert die Entwicklung in dem Bereich. Schlafstörungen hatte ich nur vorübergehend und aus anderen Gründen ( Lärm im Haus ). Dann kam Mitte 2007 eine Fernsehsendung über Mobilfunk-Strahlungs-Betroffene in Oberammergau. Eine Betroffene beschrieb ein schnelles Ticken, das sie den ganzen Tag wahrnahm. Mir fiel ein, dass ich ca. seit dem Jahr 2004 ein schnelles Ticken wahrnahm, wenn ich morgens früh aufwachte. Ich hatte es verdrängt, da ich es nicht einordnen konnte. Nun versuchte ich, es bewusst wahrzunehmen und nahm es dann schliesslich 24 Stunden am Tag wahr und merkte, dass es meine Gehirntätigkeit anregte, so dass ich ständig aktiv war und mich besser als sonst konzentrieren konnte. Frühmorgens hatte ich den Eindruck, von dem Ticken aufzuwachen. Ich stand insgesamt unter positivem Stress. Nun fing ich an, die Mobilfunksendemasten ausserhalb des Hauses zu verdächtigen und fand auch im Internet das Jahr der Aufstellung: 2004. Dies schien meine Vermutung zu bestätigen. Aus anderen Gründen zog ich dann um in eine neue Wohnung, ohne sichtbare Mobilfunksendemasten und deshalb scheinbar ohne Strahlenbelastung, aber mit acht Wohnungen um meine Wohnung herum - Beton-Plattenbau. Wenn ich in der neuen Wohnung war, konnte ich mich von der Strahlenbelastung in der alten Wohnung erholen, (...).

Ein paar Wochen nach meinem Umzug fing es wieder an: Diesmal handelte es sich um ein durchgehendes hohes Singen, das zunächst vorübergehend, dann dauerhaft, aber mit schwankender Intensität, vor allem abends und am Wochenende, wahrnehmbar war. Ich konnte kaum noch schlafen. Angehörige, die zu Besuch kamen, sagten, sie würden jemanden kennen, der habe auch Schlafstörungen gehabt, und da sei es das Schnurlostelefon gewesen. Ich klingelte unter einem Vorwand bei der Bewohnerin, die über mir wohnte und bekam heraus, dass sie ein Schnurlostelefon hatte. Ich beauftragte Messingenieure, den Elektrosmog in meiner Wohnung zu messen. Das einzig wirklich auffällige war eine extreme DECT-Telefonstrahlung, die von oben kam. Ich versuchte, die Bewohnerin dezent zu informieren, aber sie interessierte sich wohl nicht besonders dafür. Die starke Strahlung hörte nach ein paar Wochen auf und es blieb ein dezentes Ticken und ein leichtes Druckgefühl im Gehirn, das in der Wohnung 24 Stunden am Tag anhält und so belastend ist, dass ich erwerbsunfähig bin. Mir wurde bewusst, dass das Ticken in der alten Wohnung auch von einem DECT-Telefon gestammt haben musste - von der Bewohnerin über meiner Wohnung. In der neuen Wohnung ist das Ticken undeutlicher, die Konzentrationsfähigkeit gestört und das Schlafbedürfnis erhöht. Ich stehe ständig unter negativem Stress. In der Wohnung kann ich mich im wachen Zustand nicht erholen und fühle mich nie wirklich ausgeschlafen. Die Strahlung nehme ich besonders stark morgens beim Aufwachen wahr. Als ich mehrmals bei Verwandten übernachtete, nahm ich dort nichts wahr. Allerdings habe ich dort in der ersten Nacht geträumt, dass ich das Ticken wahrnehme, und als ich aufwachte, war es weg! Mein Gehirn hatte also praktisch das Ticken vermisst und deshalb davon geträumt. Wieder in der eigenen Wohnung nahm ich es sofort wieder wahr. Im März 2008 liess ich nochmal die Strahlung messen und die gemessene Strahlung war nur etwas stärker als im Oktober 2007. Sie kommt von mindestens zwei Telefonen. Seit der Fussball-EM nehme ich eine starke Strahlung mit hohem Sington wahr, vor, während und nach wichtigen Spielen. Diese starke Strahlung wird also von Fernsehgeräten oder PC-Monitoren produziert - je mehr strahlen, desto schlimmer. Sie überlagert die DECT-Strahlung.

Die DECT-Strahlung nehme ich nur dort wahr, wo tatsächlich ein DECT-Gerät vorhanden ist. Ausserhalb der Wohnung versuche ich, mich zu erholen und bin auch nicht belastbar.

Immer mehr Ärzte benutzen ein Schnurlostelefon in ihrer Praxis. Ich kann das schon im Wartezimmer wahrnehmen, bevor ich es weiss. Ich könnte da nicht arbeiten oder wohnen.

Die Ärzte wissen nichts über Mobilfunk- und DECT-Strahlung. Sie sind entweder falsch oder nicht informiert - ein Ergebnis der Desinformation, die durch die Industrie betrieben wird, wie ich gehört habe.

Die Meldung mit der Labormitarbeiterin in Österreich, die angeblich eine Studie vermasselt hat, war übrigens eine Falschmeldung, habe ich erfahren. Bei der Studie sei alles richtig gelaufen. Nur ist das Ergebnis nicht im Sinne der Mobilfunkindustrie.

Im ZDF kam auf Mona Lisa ein Beitrag über Baby-Phone. Es stellte sich heraus, dass diejenigen, die als strahlungsarm deklariert waren, gar nicht strahlungsarm waren. Ähnlich ist es mit angeblich strahlenreduzierten DECT-Telefonen. Im Standby-Zustand sind sie tatsächlich strahlenreduziert - sonst nicht. Es nützt also nichts, Nachbarn zu sagen, sie sollen sich ein neuartiges DECT-Telefon kaufen. Es könnte noch schlimmer als voher sein.

Der Neurologe, bei dem ich war, hat auf Hypersensibilität getippt bei mir, und damit lag er richtig. Hypersensible Menschen nehmen Dinge wahr, die andere nicht so gut oder gar nicht wahrnehmen können. Oft sind es Künstler. Sie haben ein besonderes Gespür für Trends und Stimmungen in der Umgebung oder in der Gesellschaft. Sie reagieren stärker auf Alkohol, Tee oder Kaffee. Sie sind Seismographen für Dinge, die nicht in Ordnung sind. In meinem Fall habe ich schon als Kind die Strahlung von Fernsehgeräten wahrgenommen. Und auf alles überreagiert. Als Erwachsener hat man gelernt, damit umzugehen. Ich habe gelernt, alles mehrfach abzusichern, bis ich etwas glaube, das ich wahrgenommen habe. Dies ist beruflich bedingt. Ich kann Kommunikationsprodukte von anderen besser durchschauen als Menschen, die keine Kommunikationsdesigner sind. Ich kann Methoden als solche erkennen, einordnen, in Frage stellen. Andere haben das nie gelernt. Je mehr man etwas durchschaut, desto geringer ist die Verunsicherung, die durch das zunächst lückenhafte Wissen bestehen kann. Desto selbstbewusster kann man auftreten, desto verunsicherter ist das Gegenüber. Desto mehr Fehler macht die andere Seite.

Machen Sie nicht den Fehler, Menschen, die bereits für die Wahrnehmung von Strahlung sensibilisiert sind, nicht ernst zu nehmen. Das Ticken ist ein Phänomen, das von mehreren Betroffenen bundesweit unabhängig voneinander genannt wird. Ein hoher Sington kann je nach Fabrikat auch vorkommen. Es geht dabei um Strahlung von Mobilfunkmasten in wenigen Metern Entfernung (Oberammergau) bzw. DECT-Strahlung.

Das Gehirn kann nun mal nur wenige Phänomene generieren: Ticken, Singen, Brummen, Druckgefühl, Kopfschmerzen, viel mehr kann es nicht. Wir können froh sein, dass es Leute gibt, die so etwas wahrnehmen können, als Alarmanlage in der Gesellschaft sozusagen. Es kann sein, dass dieselbe Strahlung im selben Raum bei unterschiedlichen Menschen ganz unterschiedliche Symptome verursacht - oder gar keine.

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Mit freundlichen Grüssen

( Anmerkung 2017: Ein Ticken oder Singen im Gehirn kann gleichzeitig eine oder mehrere Ursachen haben: Vergiftung, Stoffwechselerkrankung, Elektrosmog, z.B eine Histamin-Vergiftung, eine Nebenschilddrüsenüberfunktion, Handy-Strahlung bei gleichzeitig vorhandenen Amalgamfüllungen. )