Meine Email an die ZDF Zuschauerredaktion vom 03.06.2010 zur Sendung "Abenteuer Forschung" vom 02.06.2010

Abenteuer Forschung 02.06.2010 - hohe Suggestivkraft

Guten Tag,

Leider steht auf der Seite zur Sendung nicht die Emailadresse von Harald Lesch. Aber so bekommt das ganze ZDF nun mit, was da wieder für Unwahrheiten verbreitet wurden und mit welchen Suggestivwirkungen eine solche Sendung arbeitet:

Alleine schon der Begriff "Wissenschaft" suggeriert Seriosität.

Es wurde richtig beschrieben, dass eine starke Suggestivwirkung bei Menschen bis zu lebensbedrohliche Symptome verursachen kann.

Man hätte als Beispiel auch Hartz IV nehmen können. Da werden mit Suggestivtechniken Menschen nervlich kaputt gemacht.

Das Nervensystem reagiert nämlich auf Gefahr oder Bedrohung, sei sie nun simuliert, also suggestiv, oder real.

In Forschungsstudien wird ja bewusst mit einer Suggestivwirkung gearbeitet. Deshalb sind da die Ergebnisse so spektakulär.

Im Alltag, also in der Realität, sieht das ganz anders aus. Der Mensch läuft normalerweise nicht ständig sich selbst alles mögliche suggerierend herum. Er hält vieles lange für harmlos, auch wenn er vielleicht schon jahrelang Symptome hat. Sonst würde er ja ständig unter Stress stehen und das will ja jeder instinktiv vermeiden.

Nein, bei der Schnurlos-Strahlung läuft es oft so: Jemand nimmt zuerst etwas wahr, was er früher nicht wahrgenommen hat, und dann sucht er nach Ursachen. Natürlich verursacht die Wahrnehmung weitere Symptome, denn das Nervensystem reagiert auf eine gewisse Beunruhigung mit weiteren Symptomen. Die Art der Strahlung bewirkt eine Stressbelastung. Auch, weil sie direkt durch das Gehirn wahrgenommen wird, das ja empfindlich für elektromagnetische Felder ist. Und es ist wahrscheinlich, dass Schwermetalle im Gehirn die Wahrnehmung begünstigen.

Es wird vermutet, dass bei bestimmten Voraussetzungen Schwermetalle und/oder Calcium sich besonders leicht im Gehirn ablagern, z.B. bei Stoffwechselerkrankungen, wo z.B. der Calciumhaushalt verändert ist. Dies kann bei einem Hyperparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenüberfunktion z.B. durch ein Adenom) der Fall sein.

Wenn das Gehirn Stress wahrnimmt, wird Histamin ausgeschüttet. Es gibt Menschen, die reagieren verstärkt auf Histamin, haben also eine sogenannte "Histamin-Intoleranz". Dies kann vom Allergologen diagnostiziert werden. Histamin wird bei jeder kleinen Belastung ausgeschüttet, egal welcher Art, z.B. auch bei Verdauungsvorgängen. Hinzu kommt eine Suggestivwirkung. Der Anblick eines Mobilfunkmastes kann bei Menschen zu einer Histamin-Ausschüttung führen, auf die das Nervensystem dann mit realen Symptomen reagiert.

Aber man braucht eben gar nicht erst eine Suggestivwirkung:
Nach mir vorliegenden Angaben des BfS strahlen z.B. Röhrenfernseher im gesamten Sprektrum. Also strahlen sie auch in einem Bereich, der vom menschlichen Gehirn wahrgenommen wird. Viele Menschen können die Strahlung von Röhrenfernsehern wahrnehmen. Ich nehme z.B. einen hohen Sington wahr, wenn ich vor laufenden Röhrenfernsehern in einem Elektronikmarkt stehe. Diesen Sington habe ich schon als Kind wahrgenommen, wenn der Fernseher eingeschaltet war.

Einen ähnlichen Sington produziert Handystrahlung, wenn sie sehr stark ist. Z.B. im Repeater-Wagen des ICE. Früher war es so, dass ich die Strahlung schon wahrgenommen habe, bevor ich erkannt hatte, dass ich in einem Repeaterwagen sass und dass hinter mir jemand mit seinem Handy am telefonieren war. Heute nehme ich nichts mehr wahr - weil die Verstärker umgerüstet wurden, und die Handys deshalb schwächer strahlen.

Auch kann das regelmässige Ticken, das manche Elektrosensible bei Schnurlostelefonstrahlung wahrnehmen, nur technischen Ursprungs sein. Auch der bei neueren Schnurlostelefonen eingebaute Wechsel zwischen regelmässigem und unregelmässigem Ticken.

Es ist also gelogen, dass Strahlung nicht wahrnehmbar sei.

Dann gibt es ja auch noch die Tierversuche, wo bei Tieren Verhaltensänderungen aufgetreten sind, je nach Strahlenbelastung.

Sitzt die Mobilfunkindustrie im ZDF-Fernsehrat?